Buchtipps

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Auf dieser Seite kann man Bücher aufführen, die man für das Thema für relevant hält. Bitte kurz begründen, wo sie unser Thema berühren.

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<Autor>: <Titel>. <Verlag>, <Ort> <Jahr> (<X.> Auflage). <Seitenzahl> Seiten. ISBN <ISBN-Nummer>.

Dezentrale Buch- und Lesetipps

Die folgenden Seiten enthalten jeweils einen Abschnitt mit Buchtipps oder Literatur:

Im Keimform-Blog gibt es weitere Medientipps.

Zu Prinzipien und Perspektiven Freier Software/Freier Inhalte

Democratizing Innovation

Eric Von Hippel: Democratizing Innovation. MIT Press, 2005. 208 Seiten. ISBN 0262002744. Auch komplett online zugänglich: [1] (unter CC-BY-NC-ND).

Der Autor (Professor am MIT) untersucht das hinter Freier Software und verwandten Entwicklungen steckende Innovationsmodell und zeigt, dass solche offenen und verteilten Modelle, die die Grenzen zwischen Nutzern und Entwicklern verwischen, herkömmlichen geschlossenen Innovationsmodellen (bei denen eine Firma im geschlossenen Kämmerchen neue Produkte entwickelt) überlegen sind. Aus kapitalistischer/unternehmerischer Perspektive geschrieben, aber nichtsdestotrotz (oder gerade deshalb) interessant.

Politische Philosophie

Grammatik der Multitude

Paolo Virno: Grammatik der Multitude – Untersuchungen zu gegenwärtigen Lebensformen. ISBN 3-89408-092-2.

Dort wo „Multitude“ bei Negri/Hardt noch als Hoffnungsträger herhalten muss, analysiert Virno eher nüchtern wofür der Begriff heute taugen könnte. Auf jeden Fall ist es besser als „Multitude“ von Negri/Hardt. Wo letzteres oft etwas schwammig und beliebig ist, ist Virnos Ansatz sehr viel klarer und strukturierter.

Beim Lesen findet man viele Berührungspunkte zu unserer Diskussion. Vielleicht taugt die Grammatik besonders als Einführung in die Multitude-Diskussion für Leute, die sich von dem oft etwas schwärmerischen Stil Negri/Hardts abgestoßen fühlen. Noch dazu ist das Buch auch viel dünner!

Siehe auch: Freie Software im Empire

Politik und Gesellschaft

bolo'bolo – Vision einer nachkapitalistischen Welt

P. M.: bolo'bolo – Vision einer nachkapitalistischen Welt. Paranoia City Verlag, Zürich 1995 (8. Auflage). 200 Seiten. ISBN 390752201X.

Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus

Christian Fuchs: Soziale Selbstorganisation im informationsgesellschaftlichen Kapitalismus. Gesellschaftliche Verhältnisse heute und Möglichkeiten zukünftiger Transformationen. Libri Books on Demand (BOD), 2002. 246 Seiten.

Lernen und Erziehung

Deschooling Society

Ivan Illich: Deschooling Society. Harper & Row, New York 1971.

Deutsche Ausgabe: Entschulung der Gesellschaft. Kösel, München 1971. ISBN 3406392326.

„Illich geht davon aus, dass der Mensch in den hochindustrialisierten Ländern und -- über Maßnahmen der Entwicklungshilfe -- in Anfängen auch bereits in Gebieten wie Lateinamerika vor allem danach bewertet wird, wie viel Schulstunden er konsumiert hat. Die Schule als das Reproduktionsorgan der modernen Gesellschaften ist für Illich das wirksamste Instrument zur Vorbereitung der Kinder auf ein entfremdetes Leben unter Leistungs- und Konsumdruck und zugleich die primäre Ursache für die Ausbreitung der sozialen Ungleichheit. Die Alternative hierzu soll nach Illichs kulturrevolutionärem Konzept die Entschulung der Gesellschaft sein. Sie beginnt damit, dass an die Stelle des manipulativen Trichters, d. h. der Pflichtschule mit abgestuftem Lehrplan, ein Netz kommunikativer, geselliger Institutionen tritt, die jedem in jedem Alter ein freies, schöpferisches Lernen ermöglichen. Eine solche institutionelle Revolution hält Illich nicht nur für humaner als die politisch-ökonomische, sondern, im Gegensatz zu dieser, auch für die einzige in ihren Zielen realisierbare.“ -- Aus dem Rücken der deutschen Ausgabe, nach [2]

Lernen

Klaus Holzkamp: Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Campus, Frankfurt am Main 1995. ISBN 3-593-35317-2.

Klaus Holzkamp, der Begründer der Kritischen Psychologie, rollt in diesem grundlegenden Werk zur Lernpsychologie das Lernproblem aus einer neuen Perspektive, der des lernenden Subjekts und seiner Motive, auf. Er betont damit das Lernen als Erweiterung subjektiver Erfahrungs- und Lebensmöglichkeiten gegenüber dem gängigen Verständnis von Lernen als von anderen auferlegt und kontrolliert. Nach der Behandlung der vielfältigen Aspekte des Lernens als „allgemein menschlichem“ Problem werden die institutionellen, insbesondere schulischen Lernmöglichkeiten und -behinderungen auf den Begriff gebracht und die verschiedenen Mechanismen herausgearbeitet, durch welche in der Schule engagiertes produktives Lernen entmutigt und die bloße Demonstration, ja Vortäuschung von Lernresultaten als zur Situationsbewältigung „zweckmäßig“ nahe gelegt wird. Holzkamp macht in seinem weiterführenden theoretischen Ansatz den inneren Zusammenhang der verschiedenen Seiten des Lernproblems deutlich. So erscheinen auch das Bewegungslernen und das Behalten/Erinnern nicht mehr als isolierte Prozesse, sondern werden als Aspekte gegenständlicher menschlicher Lebenspraxis begreifbar.