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Freie Software? Freies Wissen?
Freie Gesellschaft!

Freie-Software-Projekte wie GNU, Linux und Firefox machen es seit Jahrzehnten vor: Menschen arbeiten aus eigenem Antrieb, ohne durch Chefs oder die Notwendigkeit zum Geldverdienen dazu gezwungen zu sein, an einem gemeinsamen Projekt, und stellen die Ergebnisse ihrer Arbeit allen frei zur Verfügung, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Mittlerweile hat dieses Phänomen auch auf andere Bereiche übergegriffen. Eine ganze Enzyklopädie – die Wikipedia – wird auf dieselbe Weise entwickelt, bei Musik, Büchern, Filmen und sogar Autos lassen sich ähnliche Tendenzen beobachten.

Sind diese Entwicklungen nur Randphänomene, die früher oder später wieder absterben oder sich in die üblichen, auf Kommerzialisierung ausgerichteten Mechanismen einordnen werden? Oder haben sie das Potenzial zu mehr, sind sie möglicherweise erste Anzeichen einer neuen, freien Gesellschaft? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die ähnliche Prinzipien auch in Bezug auf die physische Welt anwendet, und wie kommen wir einer solchen „Freien“ Gesellschaft näher?

„Frei“ soll sich hierbei nicht nur auf Produkte beziehen (im Sinne der bei Freier Software gewährten Freiheiten), sondern auch auf freie und selbstbestimmte Zusammenarbeit. Die Verallgemeinerung der solchen „doppelt“ freien Projekten zugrunde liegenden Theorie und Praxis ergibt folgende Grundprinzipien als Leitmotive für in diesem Sinne freie Gesellschaften:

  • keine künstliche Knappheit + Überwindung des Tauschprinzips: Informationen, Infrastruktur und Güter stehen, soweit möglich, frei zur Verfügung. Freies, voneinander unabhängiges, Geben und Nehmen tritt an die Stelle von Tausch und Geld.
  • keine Entfremdung: Aktivitäten finden aufgrund intrinsischer Motivation (Selbstentfaltung, Lust am Tun und/oder an der Anerkennung durch andere etc.) statt, auf externe Anreize (Geld, Zwang) wird nach Möglichkeit verzichtet.
  • Kooperation + Selbstorganisation: die Menschen organisieren ihre Aktivitäten in freien Zusammenschlüssen („Projekten“), die ihre Ziele und innere Struktur selbst festlegen.

Unter www.freie-gesellschaft.de gibt es jetzt ein neues partizipatives Online-Projekt, in dem es um die Untersuchung der Fragen rund um dieses Thema geht. Kern des Projekts ist ein offenes Wiki (dieselbe Software, die auch von der Wikipedia genutzt wird), wo alle am Thema Interessierten mitmachen können und sollen. Außerdem gibt es ein Blog, um in loser Folge Ergebnisse und interessante Entwicklungen aus dem Wiki zu präsentieren.

Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen!

www.freie-gesellschaft.de

Zum besseren Drucken gibt es auch eine PDF-Version dieses Texts (LaTeX-Quelltext).